seit 2008 laden wir jährlich zum oe-tag ein, meist in diesen Wochen zwischen Ende Mai und Anfang Juni. Einmal – während der Corona-Pandemie 2021 – haben wir davon abgesehen. Insofern ist es für uns eine neue Erfahrung, dieses Jahr keinen oe-tag anzukündigen. Beim oe-tag was (und ist) uns wichtig, Räume zu öffnen, Menschen einzuladen und Austausch anzuregen zu einem Thema, das uns am Herzen liegt. Wir haben immer wieder sehr positive Rückmeldungen von Euch bekommen und auch wir ziehen – bei aller Vorbereitung und dem damit verbundenen Aufwand – viel Energie, Inspiration und anregende Fragen aus dem Tag. Dieses Jahr gibt es jedoch keinen oe-tag.
Mit dieser Pause verbindet sich auch die Hoffnung, dass der oe-tag künftig stärker in unser Veranstaltungsjahr hinein ausstrahlt: weniger als Höhepunkt, der für sich steht, mehr als Impulsgeber für Themen, Fragen und Formate, die uns über das Jahr hinweg begleiten. Die Pause wollen wir nutzen, um zu überlegen, welche inhaltlichen Schwerpunkte wir aus dem oe-tag ableiten können, und sie mit anderen Veranstaltungen verbunden werden können – und welche Folgen das konkret für unsere Veranstaltungen und ihre Formate nächstes Jahr hat. Wenn Ihr dazu Gedanken oder Ideen habt, freuen wir uns, von Euch zu hören. Spätestens gegen Ende des Jahres melden wir uns mit einem nächsten Stand.
Und es ist ja nicht so, dass es keine Veranstaltungen gibt, die durchaus vergleichbar sind:
Vergangenes Wochenende erst hat Julia mit einem großen Team zum Art of Hosting in Leipzig eingeladen unter der Fragestellung: „Wie gestalten wir unser Miteinander in unsicheren Zeiten und leben Unterschiede als Quelle von Verbindung?“. Nicola meinte: es war in Aufregung wie Erfahrung und Atmosphäre wie ein mehrtägiger oe-tag – na, wenn das nichts ist. Einige Impressionen kommen heute mit diesem Brief und im kommenden SOCIUS brief wollen wir weiter von unserem Erleben berichten. Außerdem gibt es wie immer Labore und und sogar eine neue Fortbildungsreihe, sowie einige andere spannende Themen, die Euch hoffentlich Lust beim Lesen bereiten. Herzliche Grüße Christian Baier
Nicola Kriesel, Joana Ebbinghaus, Julia Hoffmann, Yi-Cong Lu, Denise Nörenberg, Lysan Escher, Hannah Kalhorn und Andi Knoth |
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Was uns eure Antworten gezeigt haben Im April haben wir euch gebeten, kurz innezuhalten und ehrlich zu sein: Wie geht es euren Teams wirklich gerade? 16 Organisationen haben geantwortet. Die Ergebnisse sind eindeutig – und gleichzeitig vielschichtig. Erschöpfung und Widerstandswillen. Sinnkrise und Zusammenhalt. Solidarität und Konkurrenz um die letzten Mittel. Was uns besonders bewegt hat: die offenen Antworten auf die Frage nach den Dilemmata, die euch wirklich umtreiben. Die schreiben wir euch nicht zusammen – die lest ihr am besten selbst. |
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| Was unterscheidet gesundes Misstrauen von dem, das Demokratie aushöhlt? Und was hat das mit der Frage zu tun, wie Vertrauen in Organisationen wächst?
Nicola Kriesel schreibt über ein Jurastudium, das Misstrauen trainiert; eine unbequeme Laborübung, die Macht ohne Beziehung sichtbar macht; was das bemerkenswerte Buch von Aladin El-Mafaalanis Misstrauensgemeinschaften mit Selbstorganisation zu tun hat. Und warum sie manchmal ans Meer muss. Ein persönlicher Essay, der nachhallt. |
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Matthias Ritzmann hat tolle Fotos gemacht, einige haben wir auf die Webseite gestellt, so dass Ihr immerhin schon mal einen visuellen Eindruck bekommen könnt. |
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Ein bißchen fehlen uns noch die Worte dafür ausführlich zu beschreiben, wie wir das Art of Hosting Training Anfang Mai in Leipzig erlebt haben. Julia - die Initiatorin - hat schon das hier zusammengefasst:
Ich hatte keine wirklich Ahnung, was mich, was uns erwartet.
Es war intensiv spannungsvoll lustig leise laut mutig traurig
schwer zuhörend bewegt lebendig
Ein kleines Wunder im Mai. |
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| Trauer braucht einen Ort.
Wer in der Zivilgesellschaft arbeitet, ist es gewohnt, dass Projekte enden. Was aber gerade passiert, hat eine andere Qualität. Strukturen, die über Jahre gewachsen sind, sollen abgebaut werden. Arbeit, die Menschen schützte und stärkte, verliert ihre Grundlage. Das, was sicher erschien, gerät ins Wanken. Das macht wütend. Und das ist gut so. Wut mobilisiert, sie wärmt, sie verbindet, sie lässt uns laut werden, sie treibt uns an, neue Wege zu finden.
In diesem SOCIUS labor wollen wir einen Raum schaffen für das was hinter der Wut liegt, etwas leiseres: die Trauer und gemeinsam innehalten. |
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Chronische Erkrankungen sind oft unsichtbar – und doch prägen sie das Arbeitsleben vieler Menschen. In unserem monatlichen Online-Salon schaffen wir einen Raum für Dialog, Zeug:innenschaft und gemeinsames Lernen: von persönlichen Geschichten über Inklusion und Teilhabe bis zu Fragen der Organisationskultur.
Der Salon im Juni findet am Freitag den 13. Juni statt und wir wollen uns vor der Sommerpause mit ein paar positiven Zukunftsvisionen befassen, die wir gemeinsam mit Euch entwicklen wollen. Bitte melde dich über unsere Website kostenlos an. Der Link zum Zoomraum wird dir rechtzeitig per Mail zugesandt. |
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Zähe Meetings, abreißende Kommunikation, Software, die sich nicht etabliert – virtuelle Zusammenarbeit fühlt sich in vielen Organisationen noch wie ein Kompromiss an. Das muss nicht so sein. In diesem Online-Labor reflektiert ihr eure digitale Zusammenarbeit und bekommt ein Grundverständnis für fünf Bereiche: Projektplanung, Kommunikation & Kollaboration, gemeinsames Denken, Wissensmanagement und Beziehungsqualität im virtuellen Raum. Für haupt- und ehrenamtliche Mitarbeitende – mit und ohne Führungsverantwortung – die spüren, dass in ihrer Organisation noch Luft nach oben ist. |
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| Erlebtes Wissen als Quelle für Beratung, Führung und Transformation
Was wir körperlich üben, verändert, wie wir in Gruppen denken, entscheiden und handeln. In diesem Labor erkunden wir, was Bewegung und zeitgenössischer Tanz für Beratung, Führung und Organisationsentwicklung bedeuten – nicht als Metapher, sondern als ernsthaftes Werkzeug.
Eine Mischung aus Tanzklasse und Seminar: Wir kommen in Bewegung und fragen gleichzeitig, welche Strategien wir nutzen, wie wir mit Struktur und Offenheit umgehen und welche Dynamik in der Gruppe entsteht. |
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| Gedächtnis als Fähigkeit – Die Loci-Methode für Beratung und Führung
Wir vergessen Worte, verlieren den roten Faden, haben uns damit abgefunden. Dabei ist Gedächtnis kein Talent – sondern eine Fähigkeit, die sich trainieren lässt. Die Loci-Methode ist so alt wie die Rhetorik selbst: Cicero nutzte sie für stundenlange freie Reden. Das Prinzip – Informationen mit visualisierten Orten verknüpfen – macht sich zunutze, dass unser Gehirn Orte und Bilder weit besser erinnert als abstrakte Inhalte.
Im Labor verbinden Annette Wiesneth (Gedächtnistrainerin) und Nicola Kriesel (Organisationsentwicklung) praktisches Training mit einer Frage: Was macht Gedächtnissouveränität mit unserer Präsenz in Gruppen? |
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| Konflikte begegnen uns überall – im Team, in Beziehungen, in uns selbst, in der Gesellschaft. Oft überlagern sich die Ebenen und können uns überwältigen. Und doch steckt genau darin ein kraftvolles Potenzial. Diese Fortbildungsreihe lädt ein, Konflikte als Gestaltungsraum zu begreifen – mit innerer Stabilität, Empathie und Mut. Zwei aufeinander aufbauende Levels (Basis und Expert), je 2 × 3 Tage Präsenz in Berlin, praxisnah und erfahrungsorientiert auf Grundlage eines tief demokratischen Konfliktverständnisses. Auf Wunsch mit begleitendem Einzelcoaching.
In Kooperation mit dem Hanuman Institut. |
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| Chronische Erkrankungen im Team als Impuls für Organisationen
Chronische Erkrankungen werden im Arbeitsalltag oft als Störfaktor wahrgenommen. Doch Menschen mit chronischen Erkrankungen sind Meister*innen der Improvisation – sie managen täglich das Unvorhersehbare.
In diesem SOCIUS labor bringen Jan Kasiske und Tatjana Trommershäuser (Improspieler*innen mit WechselBlick, Beratungserfahrung und gelebter Betroffenheit) eine andere Perspektive: Chronische Erkrankung als Katalysator für neue Arbeitsformen. Von der Spoon-Theorie über psychologische Sicherheit bis zu modularem Rollen-Design – wir erkunden, wie Improvisation eine neue Kultur der Zusammenarbeit entstehen lässt. |
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Was wäre, wenn chronisch kranke Personen keinen Störfaktor innerhalb einer Organisation darstellen, sondern die perfekten Seismograf:innen für überflüssige Strukturen und ineffizientes Arbeiten sind? Was wäre, wenn sie diejenigen sind, die helfen können zu verstehen, wo Kraftressourcen ins Leere laufen? Mehr noch sogar: Was wäre, wenn am Ende die gesamte Organisation von ihnen profitierte?
Wir glauben, dass es diese Perspektiven unbedingt braucht, wenn wir über chronische Erkrankungen sprechen. |
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Text: Monia Ben Larbi | Illustrationen: Julia Hoffmann | Layout: Anne Wilhelm Kuratorinnen: Joana Ebbinghaus & Nicola Kriesel | Herausgeberin: SOCIUS Organisationsberatung gGmbH, Tempelhofer Ufer 21, 10963 Berlin | ISBN 978-3-00-081671-0 Kosten: 17,50€ |
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| INQA Coaching Förderung für agile Transformation Das Beratungsprogramm des BMAS hilft kleinen und mittleren Unternehmen genauso wie NGOs, agile Transformation vorzunehmen.
Aus dem SOCIUS Team sind Yi-Cong Lu, Joana Ebbinghaus, Nicola Kriesel. Christian Baier, Andi Knoth und Hannah Kalhorn autorisierte INQA Coaches.
Gefördert werden 80% von bis zu 14.400,00€ für Beratung und Begleitung.
Wenn du Fragen zum Programm hast, schreib uns an info@socius.de |
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| Kompakte Hilfe für Solo-Selbstständige
Solo-Selbstständigkeit bedeutet für viele Menschen berufliche Autonomie, ein hohes Maß an Gestaltungsfreiheit und Flexibilität. Solo-Selbstständige meistern unternehmerische Herausforderungen und gestalten den digitalen und ökologischen Wandel in ihrem Tätigkeitsfeld mit. Das ESF Plus-Programm KOMPASS unterstützt sie dabei - durch die finanzielle Förderung von passgenauen Qualifizierungen und Weiterbildungen.
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Das ddif - Institut für Beziehungskompetenz bietet vom 5. bis 7. Juni 2026 ein Seminar, in dem es um Mehrpersonensettings geht. Für uns bei SOCIUS ist das Alltag und wir arbeiten regelmäßig im Duo, gleichzeitig steigt die Komplexität: Als Berater:in muss ich mich nicht nur auf das System der Klient:innen, sondern auch auf meine:n Kolleg:in einstellen. Was braucht es an gemeinsamer Vorbereitung? Was entsteht in der Beziehung der Beratenden – vor, während und nach der Sitzung? Und wie lässt sich das nutzbar machen?
In diesem Seminar werdem diese Fragen erkundet, durch Rollenspiele und Selbsterfahrung – aus der Beratenden- und der Klient:innenperspektive. Eine Einladung zur Kompetenzerweiterung für alle, die im Mehrpersonensetting zu zweit arbeiten oder damit beginnen wollen. Geleitet von Cornelia Stöckel und Niels Hamel, die am ddif bereits umfangreiche Erfahrungen in der Co-Beratung gesammelt haben. |
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re:Campaign - vom 23. bis 26. September 2026 |
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Unsere Kolleg:innen von der Wigwam eG haben in letztem Jahr eine wahrlich existenzielle Entscheidung getroffen und nach über 16 Jahren gemeinsamer Arbeit ihre Liquidation beschlossen. Für diesen Mut gebührt ihnen noch heute unsere Anerkennung. Die re:campaign war über viele Jahre Teil von Wigwam und ist nun in Obhut der Initiative Offene Gesellschaft e.V. und findet auch 2026 wieder statt:
reCampaign26 x Mitmacht
Jetzt kommt zusammen, was zusammengehört. 2026 bündeln wir unsere Kräfte und bringen die reCampaign mit dem Mitmacht-Festival für kollektive Strategien zusammen. Größer und wirkungsvoller – und trotzdem mit genug Raum, damit echte Verbindungen entstehen. Wir werden weiter Wissen und Werkzeuge teilen und uns gegenseitig zu Neuem inspirieren. Wir schaffen: Raum für Bewegung
2026 steht eine neue Selbstwirksamkeit im Zentrum. Wir wollen raus aus dem Doom Scrolling und rein in das, was Mut macht. Wir bringen uns stärker zusammen: Von Protestierenden bis Lobbyierenden, von Petitionsstartenden zu Entscheidungsträger*innen und von lokal Engagierten zu global Agierenden. Gemeinsam mit Optimismus und für eine demokratische Zukunft. |
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SOCIUS Organisationsberatung gGmbH, Tempelhofer Ufer 21, 10963 Berlin, Deutschland
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